Welche Bedeutung hat Glück in unserer heutigen Zeit?

24.12.2020 11:04

Welche Bedeutung hat Glück in unserer heutigen Zeit?

In unserer schnelllebigen Zeit gibt es viele Dinge, die uns unmittelbar und meist ohne viel Aufwand ein tolles Gefühl bescheren. Sei es die Interaktion mit anderen auf Social Media-Plattformen, über das neue Handy als Statussymbol oder ein besonderes Designer-Kleiderstück, für das einen alle im Freundeskreis beneiden. Dennoch passiert es häufig, dass sich viele Momente auftuen, in welchen wir uns trotz all dem nicht wohl fühlen und merken, dass wir nicht glücklich sind.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch diejenigen, die gefühlt kaum etwas besitzen, keinen Instagram-Account mit durchdesignten Selfies haben und dennoch immer gut gelaunt sind und damit schon fast andere anstecken. Sie haben andere Prioritäten und scheinen daraus mehr positive Energie zu ziehen, die nicht kommt und geht und sich mit Gefühlseinbrüchen abwechselt, sondern eine gleichbleibende Quelle der Zufriedenheit ist.

Erfreue dich an den kleinen Dingen und ärgere dich weniger über Belangloses

Glücklich sein - in Balance

Natürlich ist es nicht immer so schwarz und weiß. In vielen Fällen ist es auch eine gesunde Mischung aus beiden Beispielen. Wie stark hier die Gewichtung ist, scheint beinahe nebensächlich. Denn was am Ende zählt ist, wie die Person das eigene Leben im Gesamten bewertet. Zwar ist es schön, wenn man sich für ein paar Tage oder sogar ein paar Wochen über ein neues technisches Gerät freut. Aber dieser Zustand verblasst schnell und geht in die Selbstverständlichkeit über. Bis man dann nach kurzem bereits wieder nach einem neueren und besseren Ersatz Ausschau hält. Das ist keine Konstante.

Anders ist es mit den kleinen Dingen des Alltags. Einfach mal einen Moment innehalten, den Blick vom Handy lösen und den Sonnenuntergang bewusst wahrnehmen. In Gedanken zu einem der letzten Urlaube zurückgehen und sich noch einmal in die Situation am Strand versetzen. Die eigene Gesundheit wertschätzen, das Dach über dem Kopf, den eigenen Kühlschrank und den so gut wie unbegrenzten Zugang zu Lebensmitteln und ähnlichem in Supermärkten. Vieles davon ist für unzählige Menschen auf der Welt niemals möglich und wird von uns aber als kaum nennenswerter Teil unseres Lebens betrachtet.

Auf der anderen Seite sind wir meist schnell dabei, wenn es darum geht, sich über Dinge zu ärgern. Mögen sie auch noch so klein sein oder uns so gar nicht einmal betreffen. Verpasse ich am Morgen meine Bahn, obwohl ich rechtzeitig losging, diese aber einfach zu früh kam, ist das ärgerlich. Komme ich dadurch auch noch zu spät zur Arbeit, muss dann länger bleiben und kann aufgrund dessen nicht zu einem Konzert, auf das ich mich seit Monaten freue, ist das vermutlich eine Situation, an die ich das eine oder andere Mal traurig und verärgert zurückdenke.

Du bist deines eigenen Glückes Schmied

Glück selbst erschaffen

Wenn ich jedoch oft Zeit damit verbringe, mir online Fotos und Videos anderer Menschen anzuschauen und mich über die Dinge aufrege, die mir daran nicht gefallen und es denen im Anschluss noch auf abwertende Art und Weise mitteile, war dies unnötiger Ärger, welcher für alle Beteiligten nicht sinnvoll war. Grundsätzlich spricht nie etwas gegen konstruktive Kritik, aber es gibt einen Unterschied zwischen wertvollen Verbesserungsvorschlägen und stumpfen Beleidigungen.

Das Schwierige ist nun, in den wirklich problematischen Situationen des Alltags die Herausforderung zu suchen und sich nicht runterziehen zu lassen. Es ist leicht, einfach in die Opferrolle zu gehen und sich darüber zu beklagen, dass einem immer alles so schwer gemacht wird und anderen, die ggf. sogar "schlechte" Menschen sind, alles gefühlt in den Schoss fällt. Besser wird deine Situation daDurch aber nicht.

Es gibt viele erfolgreiche Menschen, die ein gutes Leben führen und stets einen glücklichen und zufriedenen Eindruck machen. Diese haben sich aber alles schwer erarbeitet und verlieren nie ein Wort darüber, wieviel Glück andere anscheinend im Vergleich zu ihnen hatten.

Sie haben sich überlegt, was sie vom Leben wollen und dementsprechend bewusst Ziele gesetzt. Dabei geht es meist immer um die Bereiche Gesundheit, Familie und Wohlstand. Jemand, der bei bester Gesundheit ist und eine tolle Familie hat, wird dennoch nicht der Glücklichste sein, wenn er sich stets am Existenzminimum befindet. Ebenso wird kein Multimillionär zufrieden sein, wenn er nur die Arbeit hat und stets einsam ist.

Andere Menschen abzuwerten, bringt einen selbst nicht weiter

Glücklich sein - Social Media

Diese drei Bereiche zu optimieren, bedeutet stetige Arbeit und Weiterentwicklung. Dabei gilt es die Schwierigkeiten des Alltags anzunehmen und mit ihnen umzugehen. Wenn ich mich über jede Kleinigkeit beschwere, bleibt weder Zeit noch Energie, um an den eigenen wichtigen Dingen zu arbeiten. Ganz zu schweigen davon, dass dies kein angenehmer Zustand ist. Es ist viel angenehmer, sich mit den schönen Dingen zu befassen und wenn es davon zu wenig gibt, muss man selbst tätig werden und mehr von ihnen herbeiführen.

Andere schlecht zu machen, um sich selbst besser zu fühlen, mag für den einen oder anderen immer kurzfristig funktionieren. Dieses Phänomen wird in den Massenmedien auch gezielt genutzt: Hier werden in Reality-Shows Personen gezeigt, die in absolut heruntergekommenen Verhältnissen leben, sich extrem peinlich kleiden oder sehr ungewohnte Hobbies haben.

Der Zuschauer, mag er auch noch so ein schwieriges Leben haben, kann dann auf die dargestellten Personen herabschauen und sich dadurch vermeintlich besser fühlen. Ein gesunder geistiger Normalzustand ist das jedoch nicht, denn man sollte mit sich selbst zufrieden sein können, ohne dafür auf andere herabsehen zu müssen.

Der Spruch aus der Bibel "Warum siehst Du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst Du nicht?" bringt es ganz gut auf den Punkt. Statt auf andere Mitmenschen zu schauen, beschäftige dich mehr mit dir selbst, deinen Stärken und Schwächen und fokussiere dich auf deine emotionalen Bedürfnisse.

Wie wird dein 80-jährigens Ich wohl über dich denken?

Glücklich sein - Dein 80-jähriges Ich

Ein gute Entscheidungshilfe kann für dich dein 80-jähriges Ich sein. Wenn Du davon noch nie etwas gehört hast, klingt das im ersten Moment vermutlich merkwürdig. Es ist jedoch eine einfache Methode, die dir helfen kann, gute Entscheidungen für dein Leben zu treffen. Stell dir dazu einfach vor, wie es deinem "Ich" im Alter von 80 Jahren geht, wenn Du genau so weiterlebst, wie aktuell. Blickt dein älteres Ich auf ein glückliches und erfülltes Leben zurück? Welche Dinge tust Du zurzeit, die dich in eben diese Richtung lenken? Und welche bringen dich davon ab?

Wenn Du beispielsweise jede Nacht viel zu wenig schläfst, weil Du zu lange eine Folge nach der anderen auf Netflix anschaust oder Du dir täglich 1, 2 Feierabend-Bier genehmigst, wird dein 80-jähriges Ich vermutlich nicht sehr dankbar darüber sein. Wenn Du dir jedoch Zeit nimmst und dir überlegst, was Du im Leben noch erreichen möchtest und wie es dir dann damit geht, wird dein älteres Ich mit deinen Entscheidungen sehr zufrieden sein. Das bedeutet keinesfalls, dass Du ab sofort auf alles verzichten sollst und dich immer perfekt verhalten musst. Bekanntlich macht auch hier, wie in vielen anderen Bereichen, die Dosis das Gift.

Ziel sollte daher die Kontinuität der Balance sein. Wenn Du dir erst einmal wirklich bewusst gemacht hast, was Du vom Leben möchtest, machst Du dir im nächsten Schritt Gedanken, was Du tun musst, um dies auch wirklich in die Tat umzusetzen. Dabei wird sich von selbst ergeben, wieviel Positives und wieviel Negatives Du in deinem Leben zulässt. Immer mit deinem 80-jährigen-Ich im Hinterkopf. Mit der Zeit wirst Du erkennen, wie sehr sich die Bereiche Gesundheit, Beziehungen und Wohlstand gegenseitig beeinflussen und das sich ein Übermaß von einem dieser drei immer negativ auf die anderen auswirken wird.

Dein Glück ist kein Zufall, sondern eine Entscheidung

Das eigene Glück beschreibt also im Zuge dessen nicht einen glücklichen Zufall, sondern eine Entscheidung, nämlich dass Du für dich glücklich sein möchtest. Und das zum einem, indem Du den positiven Dingen in deinem Leben viel mehr Beachtung schenkst und vor allem auch für diese dankbar bist.

Gleichermaßen solltest Du deinen Fokus von Negativem wie Neid, Missgunst etc. abwenden. Deine Herausforderungen und Schwierigkeiten im Alltag solltest Du versuchen als Chancen zum Wachsen und Weiterentwickeln zu sehen. All dies ist ein Prozess und geht natürlich nicht von heute auf morgen. Wichtig ist aber, dass Du dir das Gesamtbild bewusst machst und dir dadurch selbst die Chance gibst, glücklich zu sein.


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