Klimawandel - Welchen Einfluss hat das Konsumverhalten auf den Klimawandel?!

30.03.2021 12:36

Klimawandel - Welchen Einfluss hat das Konsumverhalten auf den Klimawandel?!

Den Klimawandel (auch Klimaänderung oder Klimawechsel) hat es schon immer gegeben - Beispiele hierfür sind z.B. die römische Warmzeit von 0-300 n. Chr. oder die kleine Eiszeit von Anfang des 15. Jahrhunderts bis in das 19. Jahrhundert hinein. Die Veränderung des Klimas auf der gesamten Welt hat hierbei für jedes Land Vorteile, aber auch Nachteile. Ein wärmerer Winter in Deutschland bedeutet z.B. dass der Bedarf an Heizenergie zurückgeht oder Obdachlose Menschen leichter durch den Winter kommen.

Die Nachteile eines heißeren Sommers hingegen werden ebenfalls spürbar. Die Sommer 2003, 2018 und 2019 werden als die heißesten seit Beginn der Messungen 1881 angeführt. Was für die einen nach schönem, warmem Wetter und jeder Menge Spaß im Freibad klingt, hat auf der anderen Seite drastische Auswirkungen. So gab es im Sommer 2003 in Deutschland auch 7.600 Hitzetote.

Wichtige Infrastrukturen wie z.B. Straßen oder Stromleitungen können durch extreme Wetterereignisse ebenfalls geschädigt werden. Global betrachtet führt der Klimawandel zu steigenden Maximal-, aber auch Minimal-Temperaturen. Ein Anstieg des Meeresspiegels kann wiederum zu Überschwemmungen führen, während das Abschmelzen der Polkappen die Erderwärmung beschleunigen kann, da die Reflexion der Sonnenstrahlung abnimmt.

Natürliche Ursachen für den Klimawandel

Klimawandel - Konsumverhalten - CO2 Ausstoss - Globale Erwärmung

Als eine der hauptsächlichen Ursachen für die globale Erwärmung wird die Änderung des Gehalts von CO2 in der Atmosphäre angeführt. Darüber hinaus gibt es in der Wissenschaft auch eine Diskussion darüber, inwiefern die Sonnenaktivität bzw. der Sonnenfleckenzyklus einen Einfluss auf das globale Klima hat.

Das CO2 (Kohlenstoffdioxid) ist ein natürliches Gas, welches beim Stoffwechsel von Mensch und Tier entsteht, aber auch bei der Verrottung oder Verbrennung von Pflanzen (z.B. Holz) oder fossilen Brennstoffen. Pflanzen benötigen wiederum CO2 für ihr Wachstum und nehmen dieses aus der Luft auf. In Gewächshäusern wird z.B. gezielt der Anteil an CO2 in der Luft erhöht, um den Wachstumsprozess zu beschleunigen. In puncto CO2 gibt es zum einen den Kreislauf der Natur, aber auch den Extra-Ausstoß, der durch das Verbrennen fossiler Stoffe wie Erdöl oder Erdgas entsteht.

Dieser menschengemachte (anthropogene) Anteil am CO2-Ausstoß wird dafür verantwortlich gemacht, dass sich das Klima auf der Welt verändert: Je mehr CO2 in der Atmosphäre ist, desto wärmer wird die Erde. Hinzu kommt der Effekt, dass die Erde auch wärmer wird, je dunkler sie an der Oberfläche ist. Das Klima wird somit auch durch die Beschaffenheit der Erdoberfläche beeinflusst, also wenn sich die Verteilung von Wasser, Land, Pflanzen, Schnee oder Eis ändert.

Wenn es mit der Zeit immer wärmer wird, dünnen sich Eisoberflächen aus. Dabei können Löcher entstehen, sodass der dunkle Erdboden zum Vorschein kommt. Dieser wärmt sich bei Sonnenschein stark auf, sodass weiteres Eis schmilzt und die gesamte Region sich in der Folge wesentlich stärker erwärmt als zuvor.

Unser Einfluss auf den CO2-Gehalt in der Atmosphäre

Klimawandel - Konsumverhalten - CO2 Ausstoss - Globale Erwärmung

Neben dem natürlichen CO2-Kreislauf sorgt der Mensch durch die Verbrennung fossiler Energieträger für einen zusätzlichen Ausstoß an CO2. Auf diese Weise gelangt Kohlenstoff in die Atmosphäre, welcher zuvor in Gesteinsschichten, in Form von Erdöl und Erdgas gespeichert war. Neben dem Kohlenstoffdioxid gibt es noch weitere Treibhausgase, welche für eine beschleunigte Erwärmung der Erde verantwortlich gemacht werden: Methan, Distickstoffmonoxid (Lachgas), Fluorkohlenwasserstoff (FCKW), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3).

Die industrielle Tierhaltung ist für 15% der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich, ähnlich stark wirkt sich weltweit der Verkehr aus: 14% des CO2-Ausstoßes sind auf unsere Mobilität und den Gütertransport zurückzuführen (Auto, Bus, Bahn, Flugzeug, Schiff). Auf der anderen Seite werden natürliche "CO2-Speicher" zerstört, nämlich indem der Regenwald abgeholzt wird und das Holz im Zuge dessen verbrannt wird.

Ein Großteil des globalen CO2-Ausstoßes ist auf den Energie-Bedarf der Industriestaaten zurückzuführen. Gleichzeitig sind das aber auch die Staaten, welche technologisch und wirtschaftlich am meisten in der Lage sind, "CO2-neutrale" Technologien zu entwickeln und diese umzusetzen. Berechnungen zufolge müsste der CO2-Ausstoß pro Kopf auf zwei Tonnen reduziert werden, um auf diese Weise eine übermäßige Erwärmung der Erde abzubremsen.

Wie viel Energie in etwas steckt, kannst Du an dessen Preis sehen

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Für so gut wie alles, was wir täglich benötigen und nutzen, musste Energie zur Herstellung verwendet werden - egal ob Lebensmittel, Kleidung, Gebrauchsgegenstände oder Dienste, wie zum Beispiel das Internet. Der Energiebedarf macht dabei einen Großteil des Preises aus. Bei der bereits angesprochenen Mobilität ist der Energiebedarf sehr hoch, dennoch ist aber das Fliegen relativ günstig. Dies liegt unter anderem auch daran, dass bei einem typischen Flug heutzutage nur noch 3,6 Liter Kerosin pro Passagier je 100 km benötigt werden.

Ähnlich niedrig im Verbrauch ist auch ein vollbesetzter Reisebus - mit einem durchschnittlichen Auto ist dieser niedrige Spritverbrauch in der Regel nicht erreichbar. Auch Zugtickets sind für gewöhnlich sehr teuer, vor allem wenn man diese mit einem Flug vergleicht. Der Hintergrund hierfür ist ebenfalls der Energieverbrauch: Da ein Zug nach Plan fahren muss, spielt es keine Rolle, wie viele Passagiere mitfahren. Der tonnenschwere Zug muss auch fahren, wenn gar niemand mitfährt. Des Weiteren kommen für die Bahngesellschaft immens hohe Energiekosten für die Beleuchtung der Bahnhöfe und Haltestellen hinzu, was sich schlussendlich in den hohen Ticketpreisen niederschlägt.

Auch bei Lebensmitteln macht sich die zur Herstellung benötigte Energie im Preis bemerkbar. Wächst Obst und Gemüse rein natürlich, also ohne zusätzliche Bewässerung auf, ist es günstiger, als wenn die Bewässerung über eine Meerwasser-Entsalzungsanlage erfolgt, da dies einen hohen Energiebedarf bedeutet. Hinzu kommen zum Teil monatelange Transportwege (Frachtschiffe) sowie der Stromverbrauch für die gekühlte Lagerung.

Energie-Gewinnung - mit oder ohne CO2

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Woher stammt nun die benötigte Energie? In ärmeren Ländern wird die Energie überwiegend aus fossilen Brennstoffen (Kohle) gewonnen, sowie aus Wasserkraft, soweit die natürlichen Gegebenheiten (Flüsse, Seen) vorhanden sind. In Industrieländern wird neben der Kohleenergie auch auf Kernenergie und erneuerbare Energien (Wasserkraft, Wind, Solar) gesetzt. Hier muss natürlich bedacht werden, dass für den Bau dieser Kraftwerke ebenfalls jede Menge Energie benötigt wird. Man spricht hier von dem sogenannten Erntefaktor, also wieviel mehr Energie am Ende aus einem Kraftwerk gewonnen werden kann.

Die Technologie mit dem höchsten Erntefaktor 100 ist die Kernkraft, welche im Übrigen im laufenden Betrieb auch CO2-neutral ist. Unser Nachbarland Frankreich setzt z.B. sehr stark auf Kernenergie, über 2/3 des Stroms wird in Frankreich durch Atomkraft gewonnen. In Deutschland ist das Ende der Atomkraft besiegelt, 2022 sollen die letzten Kernkraftwerke vom Netz gehen. Der Strom in Deutschland wird fortan über einen Mix aus Kraftwerken mit fossilen Energieträgern (Kohle, Erdgas) sowie erneuerbaren Energien, vor allem Solar- und Windkraft erzeugt.

Während es in puncto Strom verschiedene CO2-neutrale Möglichkeiten zur Gewinnung gibt, fehlen in anderen Bereichen alternative Energieträger. Betrachten wir z.B. die Landwirtschaft: Der Traktor, den der Bauer zum Bestellen der Felder benötigt, fährt mit Diesel (= CO2-Ausstoß). Viele Konsumgüter (Kleidung, Elektronik), welche oftmals in Asien hergestellt werden, kommen mit dem Frachtschiff nach Europa und das wird mit Schweröl oder auch Erdgas betankt. Auch im Luftverkehr gibt es keine Alternativen zu Kerosin als Energieträger - ebensowenig was die Heizung der Wohnräume anbelangt (Erdöl, Erdgas).

Ein neuer Ansatz für die Mobilität sind sogenannte E-Fuels. Hierbei werden über einen energieintensiven Synthese-Prozess aus CO2 in der Luft Treibstoffe wie Benzin oder Diesel hergestellt. Sofern der Strom für diesen Prozess CO2-neutral gewonnen wird, wäre dann auch der synthetische Treibstoff CO2-neutral.

Warum der globale CO2-Ausstoß zwangsläufig immer mehr wird

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Der globale CO2-Ausstoß wird auch in den nächsten Jahren zwangsläufig immer weiter ansteigen. Zum einen wächst die Weltbevölkerung und zum anderen erhöht sich mit der Entwicklung eines Landes auch der Lebensstandard. Wenn sich in ärmeren Ländern immer mehr Menschen einen Kühlschrank leisten können, steigt dort auch Strombedarf. Länder wie Südamerika, Indien und China sind hier noch weit entfernt von unserem westlichen Lebensstandard und mit einer stetigen Entwicklung dieser Länder wird mangels CO2-neutralen Technologien auch deren CO2-Ausstoß immens ansteigen.

In puncto CO2-Ausstoß muss sich aber auch jeder von uns selbst hinterfragen. Es ist in keiner Weise nachhaltig, wenn alle paar Jahre das Handy oder das Auto gegen ein neueres Modell ausgetauscht wird oder wenn man z.B. aus Bequemlichkeit heraus den Computer oder Fernseher einfach über die Nacht anlässt. Ebenso, wenn man auch kleine Wege mit dem Auto statt zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt. Der eigene Verbrauch sowie das Konsumverhalten sind gleichzusetzen mit dem Energiebedarf und dem eigenen Ausstoß von CO2.

Ständig neue Kleidung, Reisen in ferne Länder und importierte Lebensmittel statt regional und saisonal. Alles Dinge, die in Summe auf Dauer viel Negatives mit sich bringen. Stichwort Lebensmittel: Hier müssten vegane Produkte doch günstiger sein, da sie einen deutlich geringeren Energie- und Ressourcen-Bedarf als tierische haben!? Richtig. Tierische Lebensmittel werden aber staatlich subventioniert und sind daher im Geschäft künstlich verbilligt.

CO2-Einsparungen als Marketing-Strategie?

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So positiv es auch klingt, wenn ein Unternehmen davon spricht, dass es immer mehr CO2 einspart, geht es hierbei leider meist nur darum, dieses Thema für sich zu instrumentalisieren, um den Verkauf der eigenen Produkte zu fördern. In der Modeindustrie geht es zum Beispiel immer mehr um Nachhaltigkeit und recycelte Stoffe. Letztendlich aber um den Verkauf der neuen Kollektion.

Deutlich nachhaltiger wäre es logischerweise, wenn wir dazu angehalten werden, unsere Kleidung länger zu tragen und bei Bedarf zu flicken o.ä. Insofern müsste die Modeindustrie sich selbst bei dieser Thematik kritisieren, da sie die Menschen immer wieder zum Konsum animiert. So gesehen haben unsere Großeltern deutlich nachhaltiger gelebt, da Kleidung länger getragen und bei Bedarf „repariert“ wurde.

Grundsätzlich ist ein Unternehmen darauf aus, dass es durch möglichst hohen Umsatz so erfolgreich wie möglich wird. Ginge es aber gleichzeitig tatsächlich darum, möglichst wenig Energie und Ressourcen zu verbrauchen, müsste das Unternehmen stets Zurückhaltung und Sparsamkeit empfehlen - was automatisch den Abstieg des Unternehmens beuteten würde.

Unabhängig davon, ob sich ein Unternehmen auf die Fahne geschrieben hat, CO2 einzusparen oder nicht - aus betriebswirtschaftlicher Sicht heraus ist jedes Unternehmen motiviert, CO2 bzw. Energie einzusparen. Wenn es z.B. um die Beleuchtung für eine neue Produktionshalle geht, wird eine Firma stets die energiesparendste Lösung verwenden, um dadurch Betriebskosten zu senken. Auf diese Weise wird automatisch auch CO2 eingespart.

Das kannst Du persönlich tun

Die Energie, welche wir für unser tägliches Dasein und unsere Wirtschaft benötigen, kommt heutzutage hauptsächlich noch aus fossilen Energieträgern. Erneuerbare Energien machen derzeit noch einen sehr kleinen Teil aus, wobei der Anteil stetig steigt. In absehbarer Zukunft führt in vielen Bereichen kein Weg an fossilen Energieträgern vorbei. Auch die neu eingeführte CO2-Steuer ändert dies nicht wirklich, denn sie führt in erster Linie dazu, dass Produkte für den Endkunden teurer werden und nicht mehr für jeden erschwinglich sind.

Es gibt jedoch viel, was Du in puncto Nachhaltigkeit und Umweltschutz machen kannst und hier beginnt die Arbeit in den eigenen vier Wänden: Müll sollte nicht achtlos weggeworfen werden, beim Neukauf verschiedener Produkte sollte man auf Nachhaltigkeit achten, Lebensmittel können regional und saisonal gekauft werden. Natürlich ist ein veganer Lebensstil die beste Lösung für die Umwelt, die Tiere und den Ressourcenverbrauch.

Der größte Fortschritt für die Menschheit wäre ein Durchbruch bei der Entwicklung von CO2-freien Kraftwerkstypen mit hohem Erntefaktor, denn eine CO2-freie Energiegewinnung würde eine nachhaltige Reduktion des Ausstoßes ermöglichen. Unabhängig davon müssen wir uns bewusst sein, dass der CO2-Ausstoß zu unserem modernen Leben mit seinen vielen Annehmlichkeiten dazu gehört - aber gerade deshalb auch immer wieder hinterfragt werden muss, damit uns die Welt noch lange in dieser Form erhalten bleibt.


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